Osteopathie – Leben in Gesundheit

Osteopathie – Leben in Gesundheit?

Osteopathie, ein therapeutischer Weg

Vor 25 Jahren, mit Beginn der Ausbildung zum Osteopathen an der Wiener Schule für Osteopathie http://www.wso.at, begann für mich eine ebenso herausfordernde wie erfüllende Reise. Ich lernte Osteopathinnen und Osteopathen mit außergewöhnlichen therapeutischen Fähigkeiten kennen und begegnete charismatischen Lehrern. Es wurden neben osteopathischen Herangehensweisen, auch Wege angedeutet, wie ein Leben – im Geiste der Osteopathie gelebt – aussehen könnte. Einige von ihnen waren mir Vorbild, sie inspirierten und bestärkten mich darin, immer weiter nach – in der Osteopathie – verborgenen Schätzen zu suchen. Auf Fragen, wie die Osteopathie ein Leben in Gesundheit bewirken kann, möchte ich im vorliegenden Beitrag näher eingehen.

Tagtäglich darf ich durch meine Arbeit Menschen berühren und behandeln www.ostopath.at . Ich erhalte oft Rückmeldung von gebesserten Gesundheitszuständen. Wenn Schmerzzustände abnehmen, steigt unsere Lebensqualität um ein Vielfaches an. Auf therapeutischer Ebene war ich bald sicher, dass die Osteopathie das notwendige Handwerkszeug zum Behandeln von PatientInnen bereitstellt. Es wurde mir nämlich von erfahrenen Lehrern gezeigt, wie durch Behandlungen, ausschließlich mit den Händen durchgeführt, der Mensch in seiner Gesamtheit erreicht werden kann. Neben Behandlungstechniken für den Bewegungsapparat, wurden Wege und Möglichkeiten gelehrt, auch alle anderen Systeme des menschlichen Körpers anzusprechen. Die Zustände der Organe, des zentralen und vegetativen Nervensystems, des Flüssigkeitssystems, um nur einige zu nennen, können mit den Händen positiv beeinflusst werden.

1983 während der Physiotherapieausbildung

Osteopathie, ein Lebensweg

Bereits während der Ausbildung zum Physiotherapeuten Mitte der 1980er Jahre, befasste ich mich mit unterschiedlichen Methoden zur Entwicklung des Selbst. Meditation, Beschäftigung mit spirituellen Wegen aus westlichen und östlichen Traditionen, Schamanismus sowie Eintauchen in die Anthroposophie Rudolf Steiners www.anthroposophie.or.at, sind nur einige Beispiele für den Ausdruck meiner Suche. In der Osteopathie fand ich schließlich den Weg, der vieles des zuvor Erlebten und Gelernten in sich vereint. Dr. Andrew Taylor Still, der Begründer der Osteopathie, hat in seinen Büchern ein Vermächtnis hinterlassen, das genügend Stoff beinhaltet, um sich ein Leben lang damit zu befassen www.jolandos.de. Auf der spirituellen Ebene besteht er darauf, dass Liebe und Öffnung des Herzens notwendige Grundpfeiler einer erfolgreichen Osteopathie sind. Erst so kann eine Therapeut – Patient – Beziehung auf Augenhöhe entstehen, die Heilung erst zulässt.

Dr. Andrew Taylor Still, 1828 – 1917, Begründer der Osteopathie

Osteopathie, ein Gesundheitsweg

Das Leben war in seiner Gesamtheit sehr gut zu mir. Dafür bin ich unendlich dankbar. Natürlich hatte ich auch schwierige Zeiten und Lebenskrisen zu meistern. Die alten osteopathischen Kollegen brachten in einigen ihrer Schriften zum Ausdruck, dass sie den Mensch in seiner Ganzheit als dreieinig betrachten. „…erstens gibt es den materiellen Körper, zweitens das spirituelle Lebewesen und drittens ein Lebewesen des Verstandes…“ hat Dr. Andrew Taylor Still, der Begründer der Osteopathie uns hinterlassen. Dr. Robert Fulford schrieb „damit ein Individuum gedeihen kann, müssen alle drei Differenzierungen – Körper, Geist und Seele – im Gleichgewicht sein. Ich machte in meinem Leben die Erfahrung, dass es notwendig ist für alle 3 Aspekte menschlichen Daseins Sorge zu tragen.

Robert Fulford, DO (1905 -1997)

Osteopathie, auf den eigenen Körper achten

Um mich in meinem Körper wohl und zu Hause zu fühlen, bewege ich mich so oft wie nur möglich in der freien Natur. In den frühen 1980er Jahren wurde der regelmäßige Dauerlauf wesentlicher Bestandteil meiner persönlichen Gesundheitsvorsorge. Vor ungefähr 10 Jahren entdeckte ich darüber hinaus meine Liebe zum Fahrradfahren wieder, welcher ich seit dem Abschluss meiner Ausbildung zum Physiotherapeuten im Jahr 1986, nicht mehr nachgegangen bin. Erst der Kauf eines Kinderfahrrades für meinen Sohn, ließ mich meine alte Liebe aus Jugendzeiten wieder entdecken. Ich besorgte mir ein Mountainbike und bin seither in den schneefreien Jahreszeiten in den Wäldern und auf den Bergen damit unterwegs. An den Wochenenden im Winter versuche ich zumindest ein Mal die Zeit zu finden, um mit den Tourenschiern einen Berg zu besteigen.

Die Verbindung aus körperlicher Anstrengung und Eindrücken aus der Natur, beruhigen das Gemüt und regen Blutkreislauf sowie Atmung an. Nach jeder meiner Unternehmungen fühle ich mich gestärkt und vitalisiert. In der Gleichförmigkeit der Bewegung, finde ich außerdem Zeit das Geschehene des Tages zu reflektieren. Ausgewogene und gesunde Ernährung darf ebenfalls nicht unerwähnt bleiben. Über Themen zur richtigen Ernährung sind viele Bücher geschrieben worden, ich möchte hier aber erwähnen, dass wir fast ausschließlich Nahrungsmittel aus biologischen Anbau verwenden. Außerdem stehen frisches Obst und Gemüse auf meinem täglichen Menüplan. Den positiven Effekt der Lebensmittel, kann ich an meiner körperlichen Leistungsfähigkeit in Beruf und Alltag ablesen. Ein ausreichendes Maß an Ruhezeiten einzuhalten, fällt bei der Fülle an Interessen und Betätigungsfeldern nicht leicht, ist aber unabdingbar um körperlich, geistig und spirituell beweglich zu bleiben. Erst dadurch gelangt man in den Zustand sein Leben reflexiv und im positiven Sinne „selbstkritisch“ zu gestalten.

Osteopathie, zur Befriedigung der spirituellen Suche

Die Meditation ist eine meiner täglichen Praktiken um meine spirituelle Suche zufrieden zu stellen. Dazu setze ich mich auf mein Meditationskissen und schließe die Augen. Anfangs gehen mir noch Gedanken des tagsüber Erlebten durch den Kopf, diese verflüchtigen sich nach und nach. Ich werde immer ruhiger, und mein Körper beginnt sich zu entspannen. Die Atmung wird langsamer, die Poren meiner Haut scheinen sich zu öffnen, und mein System tritt in Austausch mit der näheren und weiteren Umgebung. In früheren Jahren nahm ich an Kursen teil, in denen Praktiken von Schamamen aus der nordamerikanisch, indianischen Tradition unterrichtet wurden https://www.advanced-trainings.eu. Mehr als 15 Jahre setzte ich mich auf diese Art und Weise mit der Geistwelt auseinander, und lernte beispielsweise in Schwitzhüttenzeremonien kennen, wie mit den Sinnen nicht erfassbare Erlebnisse mich als Mensch beeinflussen.

Osteopathie, die tägliche Suche nach Verbesserung

Schließlich erkannte ich, dass alle meine Erlebnisse, Handlungen und Aussagen, egal ob während meiner therapeutischen Tätigkeit oder sonst im Alltag, auf Stimmigkeit und Auswirkung hinterfragt werden müssen. Nicht erst mit der Ausübung der Osteopathie begann ich, frei nach Dr. Stills Zitat „Erkenne dich selbst, und lebe in Frieden mit Gott“, meine täglichen Aktivitäten in Frage zu stellen und einer Reflexion zu unterziehen. Für uns praktizierende Osteopathen sollte es darum gehen, uns nicht nur in unseren technisch-osteopathischen Fähigkeiten stetig zu verbessern, sondern vor allem unsere Persönlichkeitsentwicklung ständig voran zu treiben.

Dr. Still mahnt ein, dass es nicht so sehr darum geht, welche Medizin auf Grund unserer therapeutischen Richtung wir ausüben. Vielmehr ist bei unserer therapeutischen Arbeit die innere Haltung essentiell und sollte dauernder Selbstkritik unterzogen werden. So wurde mir die Osteopathie im Laufe der Jahre ein Weg, der mir hilft ein vollständigerer Mensch zu werden. Ich hinterfrage mein Wirken und versuche mich als Therapeut, Vater, Ehemann und Freund, um nur einige Rollen zu nennen, stetig zu verbessern. Als Parameter dienen mir dabei Freude am Leben, Humor um über mich selber zu lachen, körperliche Vitalität, Hoffnung auf positive kollektive Entwicklung sowie ein Leben in Harmonie auch in herausfordernden Zeiten.

Vorschau auf den nächsten Beitrag:

Im nächsten Beitrag werde ich über mein Verständnis von Gesundheit schreiben. Dr. Still schrieb: “ Gesundheit zu finden sollte die Aufgabe des Arztes sein, Krankheit kann jeder finden“. Davon ausgehend zeige ich auf, wie Gesundheit meine therapeutische Arbeit und mein Leben beeinflusst und leitet.

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